
Nina Simone 1964 in Carnegie Hall. © The New York Times
Mississippi Goddam
BUT THAT’S JUST THE TROUBLE
TOO SLOW
DESEGREGATION
TOO SLOW
NINA SIMONE, 1964, Carnegie Hall
NYT Newsletter vom 4. Juli 2026 über einen Artikel von Wesley Morris

Nina Simone 1964 in Carnegie Hall. © The New York Times
BUT THAT’S JUST THE TROUBLE
TOO SLOW
DESEGREGATION
TOO SLOW
NINA SIMONE, 1964, Carnegie Hall
NYT Newsletter vom 4. Juli 2026 über einen Artikel von Wesley Morris

P 33
Ein Krieg bricht nicht einfach so aus, er lebt von mentalen Voraussetzungen, von der Lust an der Aggression, von der Bereitschaft zu hassen. Und vom Vergessen.
Jürgen Wiebicke: Sieben Heringe
Meine Mutter, das Schweigen der Kriegskinder und das Sprechen vor dem Sterben
© 2026 Kiepenheuer & Witsch

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Friedrich Nietzsche
eKGWB/JGB-146 — Jenseits von Gut und Böse: § 146. Erste Veröff. 04/08/1886.

Ich glaube nicht, dass Wegignorieren bei der Gefahr von rechts hilft. Ich glaube, dass wir aktiv zeigen müssen, dass wir Rechten keinen Platz geben und dass wir deswegen auch eben in die Oberstadt gehen, wo die Burschenschaften sind.


Die in Polen lebende Publizistin Anne Applebaum hat etwas gesagt, das ich gern ein paar Jahre früher verstanden hätte: „Sie und ich gehören zu den privilegiertesten Menschen auf dem Planeten. Wir haben nicht nur das Recht auf freie Meinungsäußerung, wir können es auch ausüben, wir können politisch engagierte Bürger sein. Es ist absurd, wenn Leute wie wir darüber nachdenken, zu verzweifeln oder aufzugeben.“




Wenn man in der Bundesrepublik der Siebzigerjahre aufwuchs, wusste man, dass parallel zur poppigen Afri-Cola-Sinalco-Werbewelt, zur sozialliberalen „Mehr Demokratie wagen“-Koalition und zu den antiautoritären Kinderläden noch ein anderes Deutschland existierte. Im Untergeschoss.

Medienberater machen Werbung für sich, indem sie erklären, wie sie Politikern beibringen, in Interviews keinesfalls auf Fragen zu antworten, sondern ohne Rücksicht auf den Gesprächspartner ihre „Erzählung“ zu „präsentieren“. Alle spielen allen etwas vor und reden auch noch offen darüber.



taz: Tanz die Performanz. Kolumne Die Wahrheit von Hartmut El Kurdi

Und so funktioniert die neue Rechte. Sie nimmt etwas ein, was für alle da ist. Sie deutet diese Räume, diese Themen, diese Orte um. Sie übernimmt Dinge, die per se eigentlich gar nicht politisch sind. Und durch die Übernahme werden die Dinge politisch. Und jedes Mal, wenn wir darauf stoßen, sickert ihre Politik in den Alltag ein, ins Stadtbild, in die Köpfe.

Keiner sagte ein Wort.
Ich ging auf ihn zu, durchquerte das Zimmer und wagte nicht, irgendwo anders hinzusehen als in seine Augen. Dann trat ich vor Meister Yehudi hin, nahm mein Fingerglied von ihm ent-gegen, fiel auf die Knie und verbarg mein Gesicht in seinem Schoß. So blieb ich fast eine Minute lang, und als ich endlich den Mut fand, wieder aufzustehen, rannte ich aus dem Zimmer in die Küche und weiter in die kalte Nacht hinaus – gierig nach Luft, gierig nach Leben unter dem endlosen Meer der Wintersterne.
Paul Auster
Mr. Vertigo, Seite 81
Roman
Copyright © 1996 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg




Seite 22
Wann immer einen die Dinge erschreckten, sei es eine gute Idee, sie zu messen.
Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt, Seite 131
Roman
Copyright © 2005 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Streetart spielt im gesamten Land eine wichtige Rolle für das Vermitteln politischer Botschaften. Als der kanadische Musiker Justin Bieber, fasziniert von der kolumbianischen Graffitikultur, im Jahr 2013 unter Polizeischutz eine Wand in Bogotá besprühen durfte, während noch zwei Jahre zuvor der kolumbianische Jugendliche Diego Felice Becerra in der selben Gegend von den Ordnungshütern beim Sprühen erwischt und auf der Flucht von hinten erschossen wurde, brachen im gesamten Land heftige Proteste aus und zahlreiche Streetart-Kollektive solidarisierten sich mit dem Ermordeten.