Robert trusted in the law of empathy, by which he could, by his will, transfer himself into an object or a work of art, and thus influence the outer world. He did not feel redeemed by the work he did. He did not seek redemption. He sought to see what others did not, the projection of his imagination.
Was mich dabei erregte, war das Unvorhersehbare, das Abenteuer, nie zu wissen, was sich von einer Show zur nächsten ergeben würde. Wenn man nur das Motiv hat, geliebt zu werden, sich bei den Leuten einzuschmeicheln, nimmt man schlechte Angewohnheiten an, und schließlich wendet sich das Publikum gelangweilt ab. Man muß sich immer wieder auf die Probe stellen, sein Talent so weit entwickeln, wie man kann. Man tut es für sich selbst, aber am Ende ist es grade dieses Streben nach Höherem, womit man sich bei den Fans am meisten beliebt macht. Es ist paradox. Die Menschen spüren, daß man Risiken für sie eingeht. Sie werden in das Mysterium einbezogen, sie dürfen teilhaben an dem Namenlosen, das einen antreibt, und sobald das geschieht, ist man kein bloßer Darsteller mehr, sondern auf dem besten Weg, ein Star zu werden. Und genau das war ich im Herbst 1928: kurz davor, ein Star zu werden.
Ein abgeschabtes grünes Bändchen, das er auf allen unseren Reisen mit sich führte und das mir am Ende so vertraut wurde wie die Falten und Umrisse seines Gesichts. Es war, man stelle sich vor, in Latein geschrieben, und sein Verfasser hieß Spinoza, ein Detail, das ich auch nach so vielen Jahren nicht vergessen habe. Als ich den Meister fragte, warum er denn immer wieder dieses eine Buch studiere, antwortete er, weil es unmöglich sei, ihm jemals ganz auf den Grund zu kommen. Je tiefer man eindringt, sagte er, desto mehr sieht man, und je mehr man sieht, desto länger braucht man, es zu lesen.
«Bin Zauberbuch», sagte ich. «Es kann nie alle werden.»
«Richtig, Schlingel. Es ist unerschöpflich. Man trinkt den Wein aus, stellt das Glas auf den Tisch, und siehe da, wenn man wieder danach greift, ist es noch immer voll.»
«Und dann ist man stinkbesoffen und hat bloß ein Glas bezahlt.»
«Ich hätte es nicht besser ausdrücken können», sagte er, indem er sich plötzlich von mir abwandte und aus dem Fenster starrte. «Man betrinkt sich an der Welt. An den Rätseln der Welt.»
Wie heißen die Katzen? gehört zu den kniffligsten Fragen Und nicht in die Rätselecke für jumperstrickende Damen. Ich darf Ihnen, ganz im Vertrauen, sagen: Eine jede Katze hat drei verschiedene Namen. Zunächst den Namen für Hausgebrauch und Familie, Wie Paul oder Moritz (in ungefähr diesem Rahmen), Oder Max oder Peter oder auch Petersilie – Kurz, lauter vernünft’ge, alltägliche Namen. Oder, hübscher noch, Murr oder Fangemaus Oder auch, nach den Mustern aus klassischen Dramen: Iphigenie, Orest oder Menelaus – Also immer noch ziemlich vernünft’ge, alltägliche Namen.
Doch nun zu dem nächsten Namen, dem zweiten: Den muß man besonders und anders entwickeln. Sonst könnten die Katzen nicht königlich schreiten, Noch gar mit erhobenem Schwanz perpendikeln. Zu solchen Namen zählt beispielsweise Schnurroaster, Tatzitus, Katzastrophal, Kralline, Nick Kater und Krateleise – Und jeden der Namen gibt’s nur einmal. Doch schließlich hat jede noch einen dritten! Ihn kennt nur die Katze und gibt ihn nicht preis. Da nützt kein Scharfsinn, da hilft kein Bitten. Sie bleibt die einzige, die ihn weiß. Sooft sie versunken, versonnen und Verträumt vor sich hinstarrt, ihr Herren und Damen, Hat’s immer und immer den gleichen Grund: Dann denkt sie und denkt sie an diesen Namen- Den unaussprechlichen, unausgesprochenen, Den ausgesprochenen unaussprechlichen, Geheimnisvoll dritten Namen.
T. S. ELIOT: OLD POSSUMS KATZENBUCH Englisch und Deutsch, Illustriert von Nicolas Bentley
Wenn man den Herrn Sedan sah, dachte man nicht an Geschichte. Er sah dick und milde aus, er besaß die sanfte Nachgiebigkeit und herzliche Güte jener Menschen, deren Seelen wohlverpackt und vor jedem Angriff behütet in gut ausgestatteten Körpern liegen wie in sorgfältig gepolsterten Etuis.