Er säte Heimweh für’s ganze Leben

Gleich hinter dem Marktplatz trafen sie die Pferde, wie der Mann gesagt hatte. Nicht weniger als drei Tage brauchten sie, bis sie zur Grenze kamen, denn sie mieden die Eisenbahn. Es erwies sich unterwegs, daß der Begleiter Schemarjahs genau Bescheid im Lande wußte. Er gab es zu erkennen, ohne daß ihn Schemarjah gefragt hätte. Auf … Weiterlesen …

Gefalle denen mit Geld

In den Kreisen, die Margarete umgaben, wurde Rußland modern. Margarete fing an, Russisch zu lernen. Ihr Lehrer war ein geflüchteter russischer Ingenieur ohne Papiere und ohne Geld. Er sprach gerne von den Grausamkeiten der Bolschewiken, und man kann sagen, daß er davon lebte. Er gefiel allen Menschen, die sich über Revolutionen ärgern. Es ist sehr … Weiterlesen …

Aus dem Nachwort von Friedemann Berger

Essays über die Weißen Städte aus dem Jahr 1929, die mit den Worten enden: Auf meinem Weg, der nach Norden führt, in den Herbst, in den Nebel, in die Wälder, sehe ich sie wandern. Sie kommen ohne Schwerter.Aber selbst, wenn sie Waffen hätten, werden sie alles Tödliche ablegen. Hier ist das Leben stärker. Hier ist … Weiterlesen …

Willing and able

„Letzteres“, sagte sie. „Das du deiner Mutter nachschlägst, ist nicht weiter verwunderlich. Dein Vater ist ja nicht gerade jemand, der zur Nachahmung inspiriert. Nein, Menschen verwechseln Macht mit Willen, weil die wenigsten auch nur den blassesten Schimmer davon haben, was sie wirklich wollen. Und ohne dieses Wissen bleibt der Wille allein ohnmächtig.“

Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“

Menschen auf der Straße

„Tagelang hatte ich das Für und Wider einer Flucht gewogen, in schlaflosen Nächten mir das Hirn zermartert, bis ich den Gedanken endgültig aufgab. Es war hoffnungslos, durch ein von den Deutschen besetztes Gebiet unbemerkt zu entwischen. Eine Festnahme auf der Flucht konnte meine Lage nur unendlich verschlimmern. Das endlose Grübeln über diesen Plänen hatte mich … Weiterlesen …

Gewaltig

„Stundenlang irrte ich ohne Plan umher. Scheu wich ich allen Wegen aus, stahl mich über Felder, duckte mich an den wenigen Höfen vorbei, schnupperte jeden Augenblick die Luft ab nach Geräuschen, die meine gereizten Sinne mir vortäuschten, bis ich zerbrochen, mehr noch von der Spannung als von der Müdigkeit, wie ein gehetztes Tier in einem … Weiterlesen …