Cities, of course, can also make a person feel alone.

IMAG2139_1In London, you look at those who pass you by and you have no idea what is going on in their minds. Each one looks utterly closed to you and mysterious. In villages the same rule applies, except that you suspect it is the same thing going on in every mind.

Sophie Hannah: The Monogram Murders

Redgauntlet

Spaziergang an der Inde mit HundSpaziergang an der Inde mit HundHallt doch noch immer in meinen Ohren der betrübende Ton wieder, mit welchem du […] Abschied von mir nahmst, dein elendes Gäulchen bestiegst, um zurück zu kehren zur Sklaverei der Jurisprudenz. Er schien mir sagen zu wollen: „Oh du glückliches Thier! Du kannst nach Herzenslust über Berg und Thal laufen, kannst jeden neuen Gegenstand, der sich deiner Neugierde darbietet, verfolgen, und die Jagd aufgeben, wenn sie das Interesse verliert; und ich – ich älter und besser als du, ich muß in der Blüthenzeit zurückkehren in meine enge Stube, zu meinen staubigen Büchern.“

Walter Scott’s sämmtliche Werke. Aus dem Englischen frei übersetzt von Carl Weil. Fünfzehnter Band. Redgauntlet. Eine Erzählung aus dem achtzehnten Jahrhundert. Erster Theil. Stuttgart, bei Gebrüder Franck. 1826

Unterschätzte Freuden

Heute: Gefrierschrank abtauenGefrierschrank abtauenWenn die Temperaturen draussen unter null sind, kann man die Kiste ja mal ausräumen und all das Zeug auf dem Balkon deponieren.

All diese Eismassen, das Ding ist bestimmt mal offen gestanden, und man hat’s nicht gemerkt. Vielleicht war ich schuld. Oder ich.

Doch wenn sie schmelzen, die Massen, und es tröpfelt aus diesem sinnigen kleinem Röhrchen – das ist schon schön! Man porkelt an dem Eis herum, schön Obacht geben auf die Kühlrippen, und dann lösen sich ganze Brocken. Das gibt eine gewisse Befriedigung. Gefrierschrank abtauenUnd man möchte eine Umschulung machen zum Gefrierschrankabtauer. Man muss nicht viel machen, das schmilzt einfach. Hinterher sieht man, was man geschafft hat.

Danach kommt die große Herausforderung, nämlich all das rätselhafte Zeug zu begutachten, was sich da angesammelt hat. Wo kommt das nur her? Wer hat je gedacht, dass wir das noch mal essen wollen? Unter Umständen wird hier weiter berichtet.

Bettine von Arnim an Clemens Bretano

„Und kurz, ich finde diese Anstalten fürs ewige Leben so, dass es Reißaus nehmen muß vor dem Tod in uns. Aber nicht, wie ihr fälschlich meint, dass der Tod über einen komme wie der Dieb in der Nacht. Und wenn er käme, wer wird dann Anstalten machen, für diesen Esel, der so schlecht das Lautenspiel versteht, dass er damit schon einer schwachen Seele den Garaus macht. Nein! Wie ich Dir hier noch einmal sage, das Leben flieht die Wüste des Todes, aber dem Tod eine Macht zuschreiben über das Leben, das ist Unsinn.“

lissabon - pause am meer © 2007

„Es ist aber noch ebenso dumm, irgend eine Macht anzuerkennen über uns, als nur das Leben selbst, und leg Dirs zurecht, wie Du willst, ich kanns nicht weiter ausdrücken, ich kann nur sagen, was auch in der Welt für Polizei der Seele herrscht, ich folg ihr nicht, ich stürze mich als brausender Lebensstrom in die Tiefe, wohin michs lockt.“

Clemens Brentano in einem Brief an Sophie von Schweizer

„Ich bin jetzt, was man so nennt, so ziemlich am Leibe ganz gesund, und wenn ich mit diesem Briefe fertig bin, wende ich mich zu der Krankheit meiner armen Seele, erforsche mein Gewissen, und bereite mich zu einer Generalbeichte … Indem ich, auf der Höhe des Lebens angelangt, fühle, dass der Abhang vor mir ist, sitze ich wie ein armer, müder und kranker Wandersmann unter einem Kreuze des Weges, ein wenig Wasser aus dem Quell zu trinken, und ein Stückchen Brot zu essen, dessen Du und die Deinigen mir auch ein Teil in den Ranzen gesteckt haben; lohne es Gott vieltausendmal an Euch und Euren armen Seelen!“

lissabon - schnaps und fisch © 2007